Ingenieurschule für Veterinärmedizin „Kurt Neubert“ in Beichlingen

Im Dezember 2020 hatten wir die Möglichkeit einen ganz besonderen Lost Place zu besuchen, die Ingenieurschule für Veterinärmedizin „Kurt Neubert“ in Beichlingen. Ein Ingenieur für Veterinärmedizin war in der DDR das Berufsbild der Veterinärmedizin, hier lernten also künftige Tierärzte.

In der damaligen DDR konnte man Ingenieur für Veterinärmedizin an zwei Standorten lernen, zum einen in Rostock und zum anderen in Beichlingen. Der Standort in Beichlingen wurde im Jahr 1969 gegründet, die Schule war mit modernen Geräten ausgestattet, so dass die Ausbildung auf einem hohen Niveau stattfand.

21 Jahre war die Schule in Betrieb. bedingt durch die Wiedervereinigung musste die Schule jedoch schließen, denn in der Bundesrepublik Deutschland gab es das Berufsbild des Ingenieur für Veterinärmedizin nicht.

Für die über 2.200 Veterinäringenieure, die allein in Beichlingen ihre Ausbildung absolvierten wurde erst im Jahr 1994 eine Anerkennung als Hochschulstudium (FH-Vorläufereinrichtungen) erreicht. Erst drei Jahre später konnten die Absolventen durch ein Weiterbildungssememester den akademischen Grades Dipl-Ing. (FH) erlangen.

Bis heute versucht die Interessenvertretung der Veterinäringenieure eine tierärztliche Approbation zu erlangen.

Die Ingenieurschule für Veterinärmedizin „Kurt Neubert“ in Beichlingen kann übrigens offiziell besichtigt werden. Eine Besichtigung des gesamten Komplex ist nach Voranmeldung möglich. Infos und Kontakt über www.meinschlossdeinschloss.de oder Whatsapp an 015115635622.

Unser Video von dem Besuch der Ingenieurschule könnt Ihr bei YouTube anschauen.

4 Kommentare zu „Ingenieurschule für Veterinärmedizin „Kurt Neubert“ in Beichlingen“

  1. Toll, war selbst dort Studierender. Dieses Video hat mich beeindruckt selbst mal wieder diesen Ort aufzusuchen. Auf jedenfall super Sache.

  2. Einen lieben Dank dem Verfasser! Auch mich berührt dieser Ort in besonderer Weise, weil selbst dort studiert und bis 1990 diesen wunderbaren Beruf ‚Veterinäringenieur‘ ausgeübt. Doch alle Mühen des anspruchsvollen Studiums waren wohl vergeblich. Danke, du uneiniges, inhumanes Deutschland. Du hast seelische Wunden hinterlassen, die wohl erst mit dem letzten Atemzug vergehen.
    Allen potenziellen Besuchern des Schlossgeländes Beichlingen kann ich einen Besuch nur empfehlen. Es atmet Geschichte.

  3. Christian Neubert

    Liebe Freunde man sollte bei der Wahrheit bleiben, denn die Gründung der Schule liegt weiter zurück!! Die Ausbildung zum Veterinäring. begann im Rahmen der 3. Hochschulreform wirklich mit dem ersten Studiengang zum VI in Jahre 1969. Dazu durfte auch ich mich zählen und dies war sicherlich auch für die Dozenten teilweise sicherlich nicht einfach. Die Entwicklung der Einrichtung haben die Absolventen dem damaligen Rektor mit seinem Team zu verdanken. Prof Dr. Günther hat ein großes pers. Engagement zusammen ua mit Gustav Krohn, Dr Flechsig und Ewerit Holfert und besonders auch mit OVR Dr Teuchert, der ein sehr auch bei den Studenten anerkannter Veterinär war.
    Die Praxiseinsätze bei Dr. Lohrengel und Kollegen rundete die Ausbildung gut ab. Die Partnerschaft mit der Einrichtung in Lowetsch in Bulgarien wurde gepflegt. Einen sehr massiven Eindruck hat bei uns Jürgen Wittnebert hinterlassen und sein Einsatz für die VI war schon als sehr maßgebend zu bezeichnen. Nach der Wende habe ich den Beruf gewechselt und einen absoluten Neuanfang gestartet im Verlagswesen von Tageszeitungen im Bereich Marketing. Die Schule hat für mich und mein Leben eine sehr große Bedeutung, denn hier habe ich meine Frau kennengelernt !

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